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Priv. Doz. Mag. Dr. Gerd Leitinger



 
 
 

INSTITUT
Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie
Medizinische Universität Graz

ADRESSE
Auenbruggerplatz 15, 8010 Graz
T +43 (0)316 | 385 - 4237
F +43 (0)316 | 385 - 9625
gerd.leitinger@medunigraz.at

PUBLIKATIONEN:
- PubMed.gov
SCIENCE SOCIAL NETWORK:
- BiomedExperts

Grundlagen der synaptischen Übertragung im Nervensystem sind das Thema der Arbeitsgruppe von Gerd Leitinger. Wenn Nervenimpulse an der Nervenendigung ankommen, dann können – bedingt durch Calciumeinstrom durch Calciumkanäle in die Nervenendigung – synaptische Vesikel mit der Zellhülle verschmelzen und durch Ausschütten ihres Inhaltes die Zielzellen beeinflussen. Neuere Befunde legen die Vermutung nahe, dass diese Vesikel nicht zufällig an der Synapse positioniert sind, sondern durch eigene Proteine an genau definierte Positionen in die Nähe der Calcium-Kanäle gebracht werden. Erst dann kann ein lokaler Calciumeinstrom die Vesikelfusion bewirken. In einer jüngsten Publikation konnte die Arbeitsgruppe zeigen, auf welche Weise die synaptischen Vesikel an einer Nervenendigung einer Heuschrecke angeordnet sind. Diese waren verblüffend regelmäßig angeordnet und außerdem wurde ein Protein namens Bruchpilot als wesentlicher Bestandteil des Halte- und Vorschubapparates für synaptische Vesikel identifiziert und an der Präsynapse lokalisiert. Wesentliche Erkenntnisse dazu wurden durch Anwendung der Elektronentomographie gewonnen; einer neuartigen Methode, mit der man Präparate unter verschiedenen Kippwinkeln im Elektronenmikroskop aufnimmt und daraus 3DRekonstruktionen erstellt.

Schon früh beschäftigte sich Gerd Leitinger mit dem Nervensystem von Insekten, welches in vieler Hinsicht ein gutes Modell für die Funktionsweise von Nervenzellen darstellt. Ein dreijähriger Forschungsaufenthalt an der Uni Newcastle brachte nicht nur bleibende Kontakte zu einer international renommierten Forschergruppe, sondern weckte auch das Interesse an der Feinstruktur und molekularen Zusammensetzung der präsynaptisch aktiven Zone.

Wieder in Graz, beschäftigte sich Gerd Leitinger in zwei vom FWF geförderten Projekten mit der Entwicklung von Synapsen und dem molekularen Aufbau von speziellen synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Aus dem letzteren Forschungsprojekt stammt der Großteil der Daten für die oben erwähnte Publikation.

2008-2010 fand Leitinger in der neu gegründeten Core Facility Ultrastrukturanalyse der Organisationseinheit für Forschungsinfrastruktur eine Aufgabe im Aufbau einer modernen zentralen Serviceeinheit für  Elektronenmikroskopie. In dieser Zeit entstanden zahlreiche, fruchtbringende Kooperationen mit anderen Wissenschaftern des Forschungsfeldes Neurowissenschaften der Med Uni Graz, aber auch Kooperationen mit der Uni Graz, der ÖAW in der Nanotoxikologie und in der Entwicklung von neuen Verabreichungsformen für Medikamente. In enger Kooperation mit dem Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie wurde das bestehende elektronenmikroskopische Labor zur gemeinsamen Nutzung sukzessive mit modernen Probenvorbereitungsgeräten bestückt. Höhepunkte der Erneuerungswelle waren die Anschaffung eines Hochdruckgefrierfixierers, mit dem Gewebsproben blitzartig eingefroren und so Momentaufnahmen der Lebensvorgänge erzeugt werden können und das vor kurzem aus Mitteln des Europäischen Strukturfonds (EFRE) angeschaffte Transmissionselektronenmikroskop, mit dem vor Ort Elektronentomogramme und auch chemische Analysen von Schnittpräparaten erstellt werden können.

2010 erfolgten die Habilitation und die Anstellung als Universitätsassistent am Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, wo ultrastrukturelle Untersuchungen im Nervensystem wieder im Brennpunkt der Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe stehen sollen.