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Dr. Kerstin Steiner
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INSTITUT ADRESSE |
Kerstin Steiner (geb. 1978 in Spittal an der Drau) studierte an der TU Graz Technische Chemie im Studienzweig Biotechnologie, Bio- und Lebensmittelchemie. Erste Auslandserfahrung sammelte sie während des Studiums als Erasmusstudentin an der Universität Lund in Schweden. Ihre Dissertation
mit dem Thema „Unravelling details of the S-layer glycoprotein of Geobacillus stearothermophilus NRS 2004/3a“ verfasste sie von 2003 bis 2006 in der Glykobiologiegruppe von Prof. Paul Messner am Zentrum für Nanobiotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. In diese Zeit fallen auch mehrere Auslandsaufenthalte am Institut für medizinische Biophysik und Physik in Münster im Bereich Massenspektrometrie von Proteinen und Glykanen. Im Rahmen dieser Arbeit wurden sowohl mit Hilfe verschiedener massenspektrometrischer Methoden die Glykosylierungsstellen des S-Schichtproteins identifiziert und lipid-gebundene Zwischenstufen der Glykanbiosynthese analysiert, als auch die verschiedenen Glykosyltransferasen der Glykanbiosynthese mittels in vivo und in vitro Experimenten charakterisiert. Am Ende dieses Projekts ist es erstmals gelungen, ein rekombinant glykosyliertes S-Schichtglykoprotein in Escherichia coli zu exprimieren.
Zuerst im Rahmen eines Schrödingerstipendiums und danach als Research Fellow sammelte sie in der Strukturbiologiegruppe von Prof. James Naismith an der Universität von St. Andrews in Schottland Erfahrung im Bereich Proteinkristallographie insbesondere von Glykosyltransferasen und Membranproteinen. In dieser Zeit wurde auch das Interesse am Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion von Enzymen geweckt, das sie im Juni 2010 zurück nach Graz ans ACIB (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) brachte, wo sie als Researcherin im Forschungsbereich „Protein design and engineering“ tätig ist. Ziel ihrer Arbeit ist es, die Grundlagenforschung mit der anwendungsorientierten Forschung zu vereinen, wobei sie auf ein breites Methodenspektrum im Bereich der Molekularbiologie, Enzymologie, Biotechnologie, Analytik, organischen Chemie bis hin zur Strukturbiologie innerhalb des ACIBs zurückgreifen kann. Ein Forschungsbereich umfasst dabei das Verständnis der strukturellen Grundlagen für die Stabilität, Selektivität und Spezifität von Enzymen zur Entwicklung eines minimalistischen Proteingerüsts, das als Plattform für verschiedene (neue) Enzymfunktionalitäten dienen soll. Diese Enzymfunktionalitäten können einerseits die Natur als Vorbild haben, andererseits aber auch in der Natur bisher nicht bekannte Reaktionen katalysieren. Solche maßgeschneiderten Enzyme finden in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Firmenpartnern in der industriellen Biotechnologie bei der Herstellung von Pharmazeutika und Feinchemikalien ihre Anwendung.
Kerstin Steiner ist auch in der Betreuung von Studenten in Praktika und während ihrer Bachelor- and Masterarbeiten involviert, wo den Studenten die Begeisterung für das wissenschaftliche Arbeiten näher gebracht wird.




