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Assoz. Univ.-Prof. Dr. Stefan Schild
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INSTITUT ADRESSE |
Stefan Schild (geb. 1976 in Ingolstadt, Deutschland) studierte Diplombiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Bereits in den Anfängen seiner wissenschaftlichen Karriere beschäftigte er sich mit dem humanpathogenen Bakterium Vibrio cholerae, welches die sektretorische Durchfallerkrankung Cholera verursacht. So verfasste er von 2002 bis 2005 seine Dissertation mit dem Thema „Bedeutung der Lipopolysaccharidstrukturen bei pathogenen Vibrio cholerae Stämmen für die Ausbildung von Cholera und Abgrenzung zu Umweltsoldaten“ am Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unter der Betreuung von Prof. J. Reidl. Dabei untersuchte Stefan Schild den Beitrag des Lipopolysaccharid (LPS) zur Virulenz von V. cholerae und charakterisierte die Eigenschaften eines Schlüsselenzyms in der LPS-Biosynthese, der O-Antigen-Ligase.
Mehr und mehr faszinierte ihn auch die Fähigkeit von V. cholerae, sich als fakultativ pathogenes Bakterium im ständigen Wechsel an die verschiedenen Bedingungen der aquatischen Umwelt und dem Gastrointestinaltrakt während einer Infektion anzupassen. Daher schloss Stefan Schild an seine Dissertation einen PostDoc-Aufenthalt in der Arbeitsgruppe des HHMI-Investigators Prof. A. Camilli an der Tufts University (Boston, USA) an. Hier konnte er unter Verwendung von Tiermodellen und Reportersystemen Gene von V. cholerae identifizieren, welche spät in der Infektion angeschaltet werden. Die weitere Analyse ergab, dass diese Schlüsselgene vor allem die Fitness von V. cholerae beim Übergang vom Gastrointestinaltrakt des Wirts in die aquatische Umwelt erhöhen und somit entscheidend zur Transmission und Verbreitung des Krankheitserregers beitragen können. Erstmals konnte ein molekularer Hinweis für die lang vermutete Zunahme des „second messengers“ c-di-GMP beim Übergang vom Wirt in die Umwelt dokumentiert werden. Daneben konnte er sein Wissen über das LPS und der Außenmembran in Kombination mit dem Mausmodell nutzen, um einen neuen Cholera-Impfstoffkandidaten auf der Basis von Außenmembranvesikeln zu entwickeln.
Im Februar 2008 nutzte er die Gelegenheit, seine eigene Arbeitsgruppe am Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz aufzubauen und ist dort inzwischen als assoziierter Professor tätig. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich derzeit mit der Charakterisierung der Genregulation von V. cholerae entlang des Lebenzyklus. Im Blickfeld stehen dabei die Regulationsmechanismen während der Infektion, die Kontrolle der Motilität und die Genregulation während der Biofilmbildung in der Umwelt. Zudem erforscht die Gruppe die Entstehung von Außenmembranvesikel und deren Einsatz als Impfstoffkandidaten. Hierzu konnten bislang zwei Patente angemeldet werden. Im Zuge dieser Arbeiten wurde das Erregerspektrum u.a. auf enterotoxische Escherichia coli (ETEC) und Vertreter der Pasteurellaceae erweitert.




