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Univ.-Prof. Dr.med. Harald Mangge

 
 

INSTITUT
Klinisches Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik (KIMCL)
Medizinische Universität Graz

ADRESSE
Auenbruggerplatz 15, 8036 Graz
T +43 (0)316 | 385 - 83340
F +43 (0)316 | 385 - 4024
harald.mangge@medunigraz.at

PUBLIKATIONEN:
- PubMed.gov

Hauptziel der von Harald Mangge geleiteten Forschungseinheit „Biomarker bei Entzündung und Lebensstilerkrankungen“ am Klinischen Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik der Medizinischen Universität Graz ist die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Faches Labormedizin. Es wird eine Darstellung und Vernetzung der Aktivitäten in den Forschungsfeldern der MUG vor allem im Bereich Kardiovaskulär (vaskulärer Fokus Herz, periphere Gefäße) und Neurowissenschaften (vaskulärer Fokus Gehirn, Alterung) angestrebt. Alle Aktivitäten nehmen besonderen Bezug zu der Idee einer nachhaltigen Gesundheitsuniversität Graz. Sie fokussieren Prävention und Frühdiagnostik in besonderem Ausmaß.

Die wissenschaftliche Tätigkeit betrifft angewandte und grundlagenorientierter Forschung zu metabolischen Frühveränderungen und pathologischen Folgezuständen bei extremen Lebensstilen wie Anorexie, Übergewicht und Fettsucht. Ein verbessertes Verständnis von Adipokinen (Hormonähnliche Botenstoffe des Fettgewebes), des Energiestoffwechsels (Balance weißes/braunes Fettgewebe) und kardiovaskuläres Risiko werden fokusiert. Neue, individuell maßgeschneiderte Risikoprofile und/oder Neugewichtung der Wertigkeit bekannter Biomarker sollen zu einer brauchbaren Frühdiagnostik als Basis für eine effektive Prävention von klinischen Endpunkten (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) beitragen.

Die bisherigen Publikationen identifizierten das Zusammenspiel zwischen Fettverteilung, gestörter Adipokinbalance, immun-mediierter chronischer Entzündung und Lipidperoxidation, als wesentliche Grundlage für das individuelle kardiovaskulär/metabolische Risiko. Rezent von uns publizierte Daten weisen auch dem Gerinnnungssystem in diesem komplexen pathophysiologischen Scenario eine wichtige Hebelfunktion zu. Die Arbeiten berücksichtigen den Vergleich von Früh und akzelerierter Phase kardiovaskulär/metabolischer Erkrankungen in besonderem Ausmaß. Weiters werden in den Forschungsarbeiten das  "Obesity Paradox" und die entzündliche  Fettlebererkrankung behandelt.  
Ein anderer Schwerpunkt untersucht diagnostisch relevante neue Biomarkerprofile bei massiver systemischer Entzündung und Sepsis. Ziel der Arbeiten ist das klinisch diagnostische Management dieses lebensbedrohlichen Krankheitsbildes zu verbessern.

Eine Kernaktivität war bisher der Aufbau der STYJOBS/EDECTA Kohorte (http://www.medunigraz.at/styjobs, http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00482924). STYJOBS/EDECTA ist eine umfangreiche Biomaterial und Datenbank mit Fokus „Data-mining“ bei extremen Lebensstilen, wie Adipositas oder Anorexie. Aktuell beinhaltet STYJOBS/EDECTA Daten und Biomaterial von über 900 übergewichtigen, adipösen, und normalgewichtigen SteirerInnen ab dem 5. bis zum 60.Lebensjahr. Die angestrebte Kohortenendgröße wird 1500 ProbandInnen umfassen. Es wird derzeit in Zusammenarbeit mit Prof.Peter Scheer (MUG) zusätzlich eine Subkohorte von extrem untergewichtigen und anorektischen Personen aufgebaut. Die vergleichende Analyse der Gewichtsextreme ist von besonderem wissenschaftlichen Interesse.

Der in STYJOBS/EDECTA untersuchte Lebensabschnitt ist jene Phase wo man sich in der Regel subjektiv noch „gesund“ fühlt. Umfangreiche Daten zeigen aber klar, dass entscheidende Weichen für lebensbedrohliche Endpunkte wie Herzinfarkt eindeutig früh gestellt werden. Kritische Gefäßveränderungen sind schon unter 20 Jahren erkennbar. Der „Systems Biology“ Ansatz der STYJOBS-Kohorte ermöglicht eine frühe Erkennung individueller Risikoprofile als Basis für nachhaltig effektive Präventivstrategien.

NanoPlaque, ein Konsortialprojektes des NanoHealth Netzwerkes, verfolgt die Frühdiagnostik und Stabilisierung von Arteriosklerose-Plaques mittels Nanotechnologie. Es werden verschiedene Nanopartikel als Signal-Verstärker für bildgebende Verfahren (MRI) untersucht. Erfahrungen der Adipokinforschung aus STYJOBS sollen diese Nanopartikel „scharf“ machen, dh. selektiv mittels Linkermoleküle an kritische Plaques binden. Zum Beispiel ermöglicht globuläres Adiponektin (ein Baustein des „full length“ Adiponektin) eine selektive Bindung von Nano-Liposomen an Plaques. Diese „Stealth Liposomes“, die von Doz.Dr.Ruth Prassl (Östereichische Akademie der Wissenschaften) entwickelt wurden, sind potentielle Transporter für Gadolinium, ferromagnetische Partikel, oder Medikamente. Solcherart könnte eine theragnostische Manipulation von kritischen Plaques ermöglicht werden.

Neben seiner Funktion als Leiter dieser Forschungseinheit  ist Harald Mangge Vizesprecher kardiovaskuläres Forschungsfeld der Medizinischen Universität Graz und Koordinator der BioTechMed Initiative.