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Idee gefunden – Geld fehlt

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Wenn es um Möglichkeiten der Finanzierung und Förderung geht, kann man schnell einmal den Überblick verlieren. Hilfreich sind dann Anlaufstellen, die sowohl dem Start-up als auch dem erfahrenen Unternehmer hilfreich zur Seite stehen. Eine erste Anlaufstelle in der Steiermark ist die Steirische Wirtschaftsförderung SFG, die kostenlos einen Überblick über die möglichen Geldquellen gibt und zusätzlich ein internationales Netzwerk an potenziellen Investoren anzapfen kann, erklärt Alexander Schwarz, Leiter der Finanzierungsvergabe bei der SFG.

Die SFG unterstützt Unternehmen in der Frühphase mit Venture Kapital. In der Expansionsphase sind stille Beteiligungen möglich. Dazu kommen diverse Förderung für verschiedene Unternehmensphasen, etwa „Ideen!Reich“ für den Projektstart oder die Prototypenentwicklung und Markteinführung. Einen Überblick über die Möglichkeiten gibt es unter http://technologie.at/fm/

Dazu kommen EU-Förderschienen, bei denen man in Österreich noch mehr machen könne, meint SFG-Förderspezialist Kerschbaumer. Er verweist auf das Programm COSME, das zu 90 % kleinen und mittleren Betrieben zugute komme, und den Überblick über die Fördermöglichkeiten der EU unter www.access2finance.eu

Der klassische Kredit komme von einer Bank, etwa von der Steiermärkischen, deren Vertreter Martin Tonweber verdeutlichte, dass für die Banken die Frühphase zu risikoreich sei; außer ein öffentlicher Fördergeber sei mit von der Partie. Am wichtigsten sei ein Businessplan, aus dem hervorgehe, dass man innerhalb von drei Jahren in der Lage sei, Geld zu verdienen und Rückzahlungen zu leisten. Der Gründercenter der Steiermärkischen gebe über die Finanzierungsmöglichkeiten Auskunft. Tonweber: „Die Finanzierung über Fremdkapital ist sicher die günstigste.“

Tatsächlich verschlingt die meist diskutierte Finanzierungsform die höchsten Aufschläge -  das Crowdfunding. Zehn Prozent der eingenommenen Summe gehen an die Abwicklungsplattform, so Reinhard Willfort, Geschäftsführer des Innovation Services Network und Initiator der Crowdinvesting-Plattform 1000x1000. Der große Verteil des Crowdfunding – anstatt eines Geldgebers gibt es in diesem Fall viele – sei die automatisch integrierte Marktforschung. Was in der Masse ankomme, habe Chancen am Markt, erklärt Willfort. Man bekomme eine Rückmeldung, ob ein Projekt überhaupt Sinn macht. Zudem könne man die kollektive Intelligenz nutzen, um das Projekt oder Produkt weiterzuentwickeln. Und die Crowdfunding-Plattform helfe massiv beim Marketing, obwohl man bei der Kommunikation eines Crowd-Projektes um professionelle Hilfe nicht herumkomme. „Kommunikation und Marketing sind das Um und Auf“, so der Crowd-Finanzierungsprofi. Das Crowdfunding ersetze aber nicht die klassische Finanzierung, sondern sei ein Beiwerk, um leichter zu einer Bankfinanzierung zu kommen. Vor allem aber sei es der perfekte Ideencheck.

Auch SFG-Mann Kerschbaumer betont die Wichtigkeit, den Sinn des eigenen Projektes zu hinterfragen und zu bewerten, ob man damit überhaupt Geld verdienen wird können. Dazu kommt die Frage nach dem Neuigkeitsgrad und dem unternehmerischen Risiko. Viel zu oft komme es vor, dass Gründer von der Schlagkraft ihres speziellen Steckenpferdes überzeugt seien, ohne dass es dafür einen Markt gebe und das Risiko völlig unterschätzt werde. Riskant sei es schließlich auch, den Vertrieb und Verkauf nicht entsprechend durchzudenken. „In den Businessplänen ist der technische Aspekt meistens gut beschrieben, aber über den Verkauf findet sich viel zu wenig“, weiß Schwarz. Die SFG hilft, auch diese Lücken zu schließen.

Wer darüber hinaus professionelle Hilfe braucht – etwa bei der Antragstellung für ein EU-Projekt, ohne die man heutzutage nur mehr schwer zum Zug kommt – ist bei Beratern gut aufgehoben. „Auch bei uns ist eine Erstberatung kostenlos“, erklärt etwa Petra Lahofer von Austin BFP. Das Unternehmen begleitet durch den gesamten Finanzierungs- und Förderungsprozess.

Der Expertentreffen entstand in Partnerschaft der Cluster Silicon Alps und Human.technology Styria.