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Die besten MitarbeiterInnen sind 50+

Wir fühlen uns um rund vier Jahre jünger, als wir sind; und wären gerne zehn Jahre jünger, so das Ergebnis einer in Brasilien, Polen, Kroatien, der Ukraine und den USA durchgeführten Studie. Das psychologische, gefühlte Alter ist in der westlichen Welt niedriger als das tatsächliche. „Älter werden ist kein Abbau, sondern ein Umbau“, bringt Bettina Majer, Beschäftigungsspezialistin von „move-ment Personal- und Unternehmensberatung“, das Leben auf den Punkt. Und erfährt Bestätigung von Prof. Roberta Maierhofer von der Uni Graz: „Das Leben ist nicht Aufstieg und Fall, sondern unterlieg einer kontinuierlichen Veränderung.“

Unter dem Schlagwort „betriebliches Demographiemanagement“ hat move-ment schon mehrere 1000 ältere ArbeitnehmerInnen in die Beschäftigungswelt integriert. Denn immer mehr Unternehmen erkennen, dass Motivation, Erfahrung oder realistische Selbsteinschätzung Werte sind, die viele Menschen ab 50 zu wertvolleren Arbeitskräften machen, als das viele Junge sind. Fachwissen, Marktkenntnisse, Pflicht- und Qualitätsbewusstsein oder eine höhere Kreativität durch mehr Wissen und Erfahrung zeichnen laut Cornelia Steiner von Deloitte Arbeitskräfte 50+ aus; gepaart mit Routine, Gelassenheit und Selbstständigkeit am Arbeitsplatz. „Menschen mit 50+ sind die engagierteste Berufsgruppe“, so die Personalspezialistin.

Weil immer öfter Fachkräfte fehlen – 65 % der Unternehmen geben an, Schwierigkeiten beim Finden von Fachkräften zu haben – und wirtschaftlich notwendige Ausbildungen oft nicht auf die bedingungslose Gegenliebe junger Menschen stoßen, entwickeln viele Betriebe Modelle, wie man aus Jungen und Älteren erfolgreiche Teams schmiedet. Michael Pichler von Deloitte Steiermark verweist auf das Patenmodell und Lernzeitkonto der Firma Nirosta, auf den Wissenstransfer und Strategien zur Wertschätzung älterer, verdienter MitarbeiterInnen bei der voestalpine oder die „Audi Silver Line“, eine luxuriöse Premiumschiene des Ingolstädter Fahrzeugherstellers, wo man das Know-how älterer Mitarbeiter für die Entwicklung und den Prototypenbau verwendet und jüngere für die Implementierung moderner Technologien zuständig sind. Allen gemeinsam sind kooperative Zugänge mit Teams aus jungen und erfahrenen MitarbeiterInnen.

Für Unternehmen gibt es mehrere Möglichkeiten, kostenlose Demographieberatungen in Anspruch zu nehmen und sich auf die Suche nach den perfekten Arbeitskräften jenseits der 50 Lebensjahre zu machen. Das AMS biete Impulsberatungen zu Themen wie Integration, multikulturelle Vielfalt aber auch Vielfalt der Generationen und altersgerechtes Arbeiten an, verweist Pichler auf diese Exzellenzmodelle im Personalbereich. Eben gestartet hat eine von der EU und vom Sozialministerium geförderte Demographieberatung, die von move-ment durchgeführt wird. „Da geht um es das Entwickeln und Umsetzen von Maßnahmen zum altersgerechten Arbeiten“, erklärt Simone Duncan von move-ment. Schwerpunkte sind Personalmanagement, Führung und Kultur, Wissen und Kompetenzen sowie Gesundheit. Insgesamt werden Unternehmen bis zu 18 Monate unterstützt. Informationen dazu gibt es bei Simone Duncen, s.duncan@move-ment.at.