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Das Emma-Prinzip

Der demographische Wandel fällt westlichen Gesellschaften mehr oder weniger auf den Kopf. Eine immer älter werdende Gesellschaft verlangt nach neuen Lösungen. Die Steiermark ist seit 2016 eine europäische Referenzregion zum „aktiven und gesunden Altern“ mit dem Ziel, die Zahl der gesunden Lebensjahre um mindestens zwei zu erhöhen, so Johann Harer, Geschäftsführer des steirischen  Humantechnologie-Clusters (HTS). Einen Beitrag dazu liefern schlaue Computerprogramme und Steuermodule. Oder traditionelle Materialen wie Holz, das wissenschaftlich belegt zum Stressabbau und Wohlfühlklima beiträgt, sagt Holzcluster-Geschäftsführer Erhard Pretterhofer.

Die Grazer Firma Exthex hat beide Ansätze verbunden und mit der Lebensassistenz namens Emma ein Produkt entwickelt, dass sich in alle Wohnformen einbauen lässt; vom Herd bis zur hölzern vertäfelten Theke. Emma ist einerseits eine Hilfe, die wichtige Funktionen in Haus und Wohnung überwacht. So gibt es einen optischen und hörbaren Alarm, wenn der Herd überhitzt; oder wenn ein Einbruchsversuch gemacht wird oder die Glasscheibe eines Aquariums zu brechen droht. Emma hilft aber auch, im Notfall Verwandte und Freunde zu alarmieren oder ein Essen zu bestellen. Das System erinnert zudem an die Einnahme der Medikamente und gibt Tipps, um gesund zu bleiben, die zum Beispiel direkt von einem Arzt oder Therapeuten ins System eingespielt werden können, erklärt Projektmamagerin Karin Burka.

Emma kann aber noch viel mehr. Im Vollausbau ist das System eine schlaue Haussteuerung, die per Photovoltaik produzierten Strom gezielt an Verbraucher weiterreicht oder speichert, je nachdem, was gerade ökonomisch sinnvoll ist. Gesteuert wird Emma derzeit noch per App am smarten Telefon oder Tablet. Demnächst soll das auch per Spracheingabe möglich sein, so Jakob Hatzl, Manager von Exthex. Wobei man bei der Grazer Softwareschmiede die Daten im System belassen will – etwa im Gegensatz zu Amazons Alexa, mit der man per Internet parliert.  Die Hardware rund um Emma wird von der oberösterreichischen Firma Loxone gefertigt. Insgesamt sei das System so einfach daheim einzubauen, dass damit jeder durchschnittlich begabte Heimwerker zurechtkomme, so Hatzl.