Marktsondierungsreise „Zukunft des Alterns“ nach Schweden

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Ziel des Besuchs war der Austausch von Know-How zwischen Österreichischen und Schwedischen Anbietern, aber auch die Anbahnung von weiteren Kooperationen im Bereich Digitalisierung im Pflege.- und Gesundheitssektor. Weiters soll auch in der Steiermark die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Forschung mit Wirtschaftsbetrieben weiter im Bereich des „Aktiven Alterns“ gefördert werden.

Marktsondierungsreise „Zukunft des Alterns“, Schweden, Oktober 2017
 
Die Europäische, auch die Österreichische, Bevölkerung altert.
Laut aktuellen Prognosen wird, nicht zuletzt auf Grund der aktuellen Migration, die Gesamtzahl der in Österreich lebenden Bevölkerung auf ca. 10,5 Millionen Einwohner bis 2050 ansteigen. Prognosen sehen aber auch eine stete Zunahme der Bevölkerung älter als 60 Jahre. Nach einer Veröffentlichung der Wirtschaftskammer Österreichs (WKO) (http://wko.at/statistik/bundesland/Altersstruktur.pdf, download 11.11.2017) findet man vor allem in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark schon derzeit einen hohen Anteil von BürgerInnen älter als 60 Jahre.
 
In der Steiermark hat man dieser demografischen Entwicklung vorausschauend bereits seit mehreren Jahren Rechnung getragen. Gesundheits- und Sozialstrukturen, aber auch der Bildungssektor nehmen die sich verändernden Bedürfnisse wahr und beginnen ihre Angebote bzw. ihre Dienstleistungen danach auszurichten. Auch die Steirische Wirtschaftskammer hat mit der Gründung einer Wirtschaftsplattform für gesundes Altern und der Initiative „Prävention 3.0“ erste Akzente in die Richtung eines sich veränderten Markts in der Steiermark gesetzt. 
 
Unter primärer Initiative der Medizinischen Universität Graz, welche bereits seit 4 Jahren sehr aktiv als Universität auf europäischer Ebene im Bereich „Demografischer Wandel“ und „Aktives Altern“ ihre Fachexpertise einbringt, wurde im Jahr 2016 die Steiermark als „Europäische Referenzregion für aktives Altern“ seitens der Europäischen Union anerkannt. Der Human Technology Cluster (HTS) hat die zentrale Rolle der Koordination dieser lokalen Aktivitäten übernommen. Auf Grund der Gegebenheiten am Markt wurde die Steiermark speziell im Bereich „Digitalisierung und Health Technology“ mit dem Ziel einer verstärkten Zusammenarbeit mit anderen Europäischen Mitgliedsstaaten in der European Innovation Partnership on Active and Healthy Ageing positioniert. Weiteres Ziel dieser Initiative ist es, Wissenschaft und Forschung mit der lokalen Wirtschaft eng zu verknüpfen. Die Umsetzung von Forschungsergebnissen und Produkten am lokalen und internationalen Markt sollen damit verstärkt gefördert werden und die Steiermark als Wirtschafts- und Forschungsregion international besser sichtbar gemacht werden. Derzeit umfasst die Referenzregion in der Steiermark 21 aktive Partner.
 
Auch in den nordischen EU Mitgliedsstaaten wächst die Bevölkerung stetig: So legt z.B. Schwedens Bevölkerung demnach ebenfalls um fast 40% zu, mit einem hohen Anteil älterer Menschen. Schweden hat derzeit zwei Referenzregionen in der EIP-AHA. Diese wurden bereits vor Jahren mit Erfolg und mit ähnlichen Zielsetzungen wie die der Steiermark implementiert. Schweden unterscheidet sich von der Steiermark aber durch ein anders strukturiertes Gesundheits.- und Pflegesystem und eine hohe Innovationsfreudigkeit im Wirtschaftsbereich.
 
Auf Grund dieser Gegebenheiten besuchte eine Delegation mit 14 Mitgliedern der HTC, von Universitäten und Wirtschaftsbetrieben- über Vermittlung des Außenamts der Wirtschaftskammer Österreich- im Oktober 2017 Schwedische Partner.
In den zwei sehr arbeitsintensiven Tagen des Besuchs der Stadt Stockholm, aber auch der Region Vasteras konnten Teilnehmerinnen Einblicke in die Schwedische Pflege- und Gesundheitsversorgung und die Marktsituation im Gesundheitstechnologie- Bereich gewinnen. Am Plan standen Besichtigungen und Meetings mit der Möglichkeit zu intensivem persönlichen Austausch mit Schwedischen Verantwortlichen im Pflege.- und Gesundheitssystem und Wirtschaftstreibenden.
 
Als Bespiele der Einbindung von Technologie im Primärversorgungsbereich seien hier die durchgehenden elektronischen Krankenakte in den Regionen genannt. Zudem bieten Primärversorgungszentren zunehmend eine ICT gestützte Primärversorgung an, sprich PatientInnen können über ein Internetportal Anfragen an AllgemeinmedizinerInnen erstellen und einen Behandlungsvertrag mit diesen- auf Basis einer Webbasierten Kommunikation- eingehen. Die Finanzierung in diesem Bereich erfolgt Fallbasiert und wird bereits von den Versicherungen mitgetragen. Auf Grund der elektronischen Dokumentation ist auch ein regionales Benchmarking im Bereich der Gesundheitsversorgung möglich. Nach Auskunft der Schwedischen Partner besteht eine starke politische aber auch mediengestützte Fokussierung auf dieses Thema in Schweden seit mehr als 7 Jahren. Allerdings bekennen die schwedischen Partner, eine der Steiermark vergleichbare, Entwicklung am Gesundheitstechnologiesektor: Die Anzahl der technologiegestützten Lösungen im Gesundheits- und Pflegesektor, die auch tatsächlich durch eine dauerhafte Implementierung den Markt erreichen, ist vergleichsweise gering. Aus diesem Grund geht der Trend in Schweden derzeit stark in Richtung Effektivität und damit Akzeptanz der Produkte durch die Anwender.

Am Beispiel Schwedischer Entwicklungen ist zu erkennen, dass mit politischem Bekenntnis und durch ein enges Zusammenspiel aller lokalen Stakeholder im Bereich der Gesundheits.- und Sozialpolitik wie auch der lokalen Wirtschaft die Förderung „aktiven Alterns“ in einer Region möglich ist.
Unter der Koordination des Human Technology Cluster Steiermark ist die Zusammenführung aller beteiligten Stakeholder in der Steiermark geplant. So soll der Schulterschluss zwischen Forschung du Wirtschaft bestens gefördert werden.

Die Steiermark hat auf Grund der aktuellen Gegebenheiten ein großes Potential als Referenzregion für gesundes und aktives Altern auch in Zukunft lokal, aber auch international, wettbewerbsfähig zu sein.

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