Open Campus: Relationships between Aging, Gerontology & Technology

Neuigkeit

Die Beziehung zwischen Technologie und Altern kann eine positive sein, sofern die Basis „aging friendly“ ausgerichtet ist. Rund um diese Themen fand am 05.07.2018 der zweite Open Campus mit international renommierten Vortragenden und steirischen Unternehmen in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz statt.

Digital Culture & Quantified Aging: Critical approaches

"In der Zukunft, werden wir alle zu Katzen - mit Chips unter der Haut", ein Gedanke - der aktuell noch auf eher abschreckende Reaktionen stößt, jedoch laut Prof. Stephen Katz von der Trent University in Canada bereits näher scheint, als einem lieb ist.

Durch die voranschreitende Digitalisierung der Umwelt sind Fitbits und ähnliche tragbare Self-Tracker ein Teil unseres täglichen Lebens geworden. Jede/r trackt sich selbst, jeden Tag zu jeder erdenklichen Uhrzeit und Lebenssituation. 10 000 Schritte seien laut vielen Geräte- oder Software-Vorgaben das Ziel - keiner weiß warum, aber jeder verfolgt das Ziel. Es gibt Benchmarks über aktive Minuten, aber wer verwendet diese Apps wirklich bzw. aufrichtig?

Monitoring zählt heutzutage zu einem erfolgreichen Lifestyle. Biometrische Daten von sogenannten "wearables" generieren bereits heute mehr Daten als das gesamte öffentliche Gesundheitssystem. Abseits dieser Technologien und der Fitness des Körpers wird der Fokus immer mehr auf "Digital Memory Exercises & Brain Games" gelegt. Neben dem Körper ist das Gehirn und dessen Gesundheit sehr wichtig geworden. Brain Gyms sind bereits heute etablierte digitale Trainingstools um das Gehirn aktiv zu halten. Was aber macht ein gesundes Gehirn überhaupt aus? Was bedeutet "Gesundheit"? Ist es ein Erhalten des Status Quo oder handelt es sich eher um bewusstes Training à la "Muskelaufbau"?

Biogames als neue Variante zur "physical fitness" sind ein riesiger Markt - laut Prognosen wird sich dieser bis 2020 auf 6 Milliarden Dollar steigern. Ob die Isolation des Gehirns vom restlichen Körper eine sinnvolle Art des Trainings ist und ob man wirklich eines Tages aufstehen wird und sagen kann "Ich fühle mich besser!" bleibt eine Frage für die Zukunft.

Smart Aging ist eine Usability-Frage

Prof. Reinhold Scherer (Institut für Neurotechnologie an der TU Graz) definierte in seinem Vortrag den Begriff "Smart Aging" in Sinne von "Senior Friendly Technologies" wie Internet of Things, Usability sowie Mensch-Maschine-Interaktionen. Des Weiteren zeigte er auf, dass evolutionär betrachtet die primäre Aufgabe des menschlichen Gehirns, das Steuern der Muskeln war und somit eine Verringerung von Bewegungsaktivitäten auch zu verringerten Gehirnaktivitäten führt.

Abgerundet wurde diese beiden wissenschaftliche Vorträge durch Unternehmenspräsentationen vom Albert Schweitzer Institut für Geriatrie und Gerontologie, der Energie Steiermark sowie Tyromotion.

Weitere Neuigkeiten