World Usability Congress: Network for the greater experience!

Neuigkeit

Vor 10 Jahren startete der World Usability Congress (WUC) mit gerade einmal 30 TeilnehmerInnen – mittlerweile darf sich der Kongress an über mehr als 450 internationalen Gästen erfreuen. Für Hannes Robier von der youspi GmbH war diese spezielle Woche eine „gamechanging week“ – er durfte nämlich nicht nur einen mehr als erfolgreichen WUC über die Bühne bringen, sondern wurde ebenso Vater seines ersten Kindes.

Digitalisierung, Big Data & VR als zentrale Topics

"If you haven't experienced the experience, don't talk about it!", so Kevin Lee von Visa, der mit seiner Keynote den WUC einleitete. Dass der Kontext, zu dem ein Programm, eine Oberfläche, eine haptischen Anwendung uvm. steht, die entscheidende Rolle spielt, ist ein wesentlicher Punkt der nahezu alle Vorträge begleitete. Nur wer diesen versteht, kann gemeinsam mit realen User-Experiences, sinnvolle Lösungen und Designs erstellen, welche zu positiven Erlebnissen des Endkonsumenten führen sollen. Sei es auf einer Homepage, im e-Commerce, einer App oder sogar in der firmeninternen Datenbank im User-Support.

Experience - Control - Live: SAP macht es vor

Den Menschen die digitale Welt näher zu bringen hat sich SAP zur Aufgabe gemacht. Mit über 1000 DesignerInnen arbeitet der Weltkonzern daran AI mit natürlicher Interaktion zu vereinen. So zum Beispiel im Programm SAP inscribe, welches handschriftliche Kommentare mit Funktionen eines Programms vereint oder SAP copilot, der als Businessassistent dient oder SAP + emotiv - einer Kooperation mit einem der Marktführer im Bioinformatik-Bereich - der im Arbeitsalltag Stresslevel misst, Pausen vorschlägt oder sogar Tasks übernehmen kann, falls man die AI-Unterstützung wirklich brauchen kann.

"Trust is the basis of the work between human and AI"

Artificial Intelligence soll es künftig ermöglichen, Benutzer-angepasste Experiences zu generieren - dafür brauchen wir allerdings die notwendigen Technologien. Während sogenannte Data Scientists den Umgang mit der immer größer werdenden Datenflut beherrschen, liegt es an den DesignerInnen diese Daten "menschlich" bzw. für den Menschen zugänglich und sinnvoll nutzbar zu machen. Notifications am Smartphone, eine Wetter-App oder Amazon's Alexa sind nur einige aktuelle Beispiele für sogenannte "living services", welche bereits heute und künftig in vielen weiteren Bereichen unseren Alltag automatisieren und natürlich vereinfachen sollen. Diese sind ebenso im medizinischen Bereich verankert, wie es Harald Mayer von Trivas anhand der mysugr-App zeigt. Digitale Dokumentation von Patientengeschichten ist gerade hinsichtlich der Hochrisiko-Zone Krankenhaus ein zukunftsweisendes Werkzeug. Vernünftig verknüpft mit dementsprechendem decision support und der Einführung von Checklisten (z.B. im OP) haben bereits zu einer 1,5 - 0,8% geringeren Sterblichkeitsrate geführt.

Vom Herzschrittmacher zum Evakuierungsplan - nie ohne User Experience (UX) Test!

Menschliches Verhalten und Logik sind nicht unbedingt Dinge die miteinander korrelieren, so zeigte es der Live Usability Test von Bruce Horn und Klaus Hofer. Sie stellen vier Testpersonen einen simplen Wecker inkl. Anleitung zur Verfügung. Ziel war es zwei verschiedene Uhrzeiten als Alarm zu stellen, die Wochentage in die spanische Sprache zu ändern, von 12 auf 24h-Format zu wechseln sowie die Temperatur von Fahrenheit auf Grad Celsius zu stellen - dafür gab es 15min Zeit. Via Livecam-Übertragung konnte man das Tun der TeilnehmerInnen mitverfolgen, welche mit den verschiedensten Emotionen und Verhaltensweisen auf die Situation reagierten. Wieviele der angeforderten Tasks zum Ende hin erfolgreich erledigt wurden, differenzierte. "So ziemlich alles am Produkt ist frustrierend, obwohl es sich eigentlich um simple Tasks handelt," so eine Probandin. Eine auf Logik basierende technische Dokumentation alias Anleitung war mitunter ein Grund für die erfolglose Performance der TesterInnen.

UX als maßgebendes Instrument

Man kann das tollste Gerät der Welt erfinden, dieses ist trotzdem nutzlos, wenn es niemand bedienen kann. Es gibt kaum einen Bereich in dem UX nicht verankert ist. Wohin die Reise gehen kann, sei es in der Virtuellen Realität, Digitalisierung & Datenbanksteuerung, Business Management oder Privatgebrauch, zeigten ExpertInnen renommiertester Unternehmen aus der ganzen Welt. Inwiefern wir mit den Daten die wir generieren und den Technologien die wir erfinden umgehen ist unsere Herausforderung, jedoch "the future that we paint is beneficial to all of us. Simply things should be simple, and complicated things should be possible. It's not about the technology, it's about human."

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