Grazer Medizintechnik hoch im Kurs in „Down Under“

Neuigkeit

Eine verlässliche medizinische Beobachtung ohne persönlichen Kontakt: Telbiomed, steirischer Anbieter von Telemedizinlösungen, ermöglicht Ärzten die Überwachung des Gesundheitszustandes aus der Ferne. Covid-19 hat die innovative steirische Lösung nun auch in Australien auf den Plan gerufen – auch mit Hilfe eines Innovations-Förderprogramms des Human.technology Styria (HTS).

Chronisch Erkrankten medizinische Versorgung in den eigenen vier Wänden ermöglichen – und damit Spitalsaufenthalte sowie nicht unmittelbar notwendige Kontakte zu klinischem Personal vermeiden: Einem Gebot der Stunde hat sich das steirische Kleinunternehmen Telbiomed schon bei der Gründung 2017 durch Peter Kastner und Robert Modre-Osprian verschrieben. Der Grazer Hightech-Betrieb, eine Ausgründung des nach wie vor am Unternehmen beteiligten Forschungszentrums „Austrian Institute of Technology“ (AIT), hat eine Daten- und Kommunikationsplattform für Patienten, Pflegepersonal und Medizinern entwickelt, mit der Trendverläufe von gesundheitlichen Daten kontrolliert werden können. „Die Daten werden durch Sensoren und in einer sehr einfach zu bedienenden App, eine Art Patiententagebuch, erfasst“, erklärt Co-Geschäftsführer Kastner. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der physische Kontakt zwischen Experten und chronisch Erkrankten wie etwa Diabetikern und Menschen, die an Herzschwäche leiden, erfolgt virtuell. „Die Lebensqualität des Patienten wird angehoben – und Hospitalisierungen reduziert. Selbst der Weg ins Wartezimmer der Ambulanz, wo insbesondere oft weitere Risikogruppe warten, kann damit verhindert werden“, spielt Co-Geschäftsführer Modre-Osprian auf Covid-19 an.

Einsatz in Sydney und nahe Melbourne

Die Pandemie hat die steirische Innovation nun selbst sogar in Australien auf den Plan gerufen: Mit Technologpartner Siemens wird die Plattform vom „Prince of Wales Hospital“ in Sydney sowie von Krankenhausbetreibern in Bendigo, nördlich der Millionenmetropole Melbourne, eingesetzt – ausgelegt um Gesundheitsbehörden und medizinischem Fachpersonal die Betreuung von Personen mit unklarem COVID-19-Status zu erleichtern. „Diese Personen erfassen täglich Körpertemperatur, Sauerstoffsättigung und COVID-19-spezifische Symptome. Somit können die Betreuer aus der Ferne einfach die Verlaufskontrolle durchführen und bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes rasch medizinische Maßnahmen einleiten“, erklärt Kastner. „Down Under“ sei prädestiniert für den Einsatz von Telemedizin, unterstreicht der Geschäftsführer: „Australien zählt seit jeher zu den Pionieren im Bereich der Telemedizin, was wohl auch mit den großen Distanzen zu tun hat.“ Auch hierzulande gibt es bereits entsprechende Pionierprojekte: Im LKH Hochsteiermark, in Hartberg und auch in Liezen wird die Telbiomed-Applikation zur Überwachung von Herzschwäche-Patienten eingesetzt.

Mit der HTS an die Innovationsspitze

Den internationalen Telbiomed-Einsatz mitermöglicht hat die Human.technology Styria GmbH(HTS): Der steirische Medizintechnik-Cluster hat im Rahmen des Förderprogramms „Enabling Innovation“ das Unternehmen durchleuchtet und konkrete Verbesserungspotenziale hinsichtlich Struktur, Organisation und Markteintritt aufgezeigt. „Mit diesem Projekt wollen wir steirische Unternehmen dabei unterstützen, ihre Innovationsfähigkeit noch weiter auszubauen. Ziel der Förderungsaktion ist es daher, gezielt das Know-how im Bereich Digitalisierung von steirischen Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben, die im Life Science Bereich tätig sind oder tätig werden wollen, zu fördern und damit für den internationalen Wettbewerb fit zu machen“, erklärt HTS-Geschäftsführer Johann Harer. Das Projekt wird über das EU-Programm EFRE gefördert und über die steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG abgewickelt. Für die „Enabling Innovation“-Projektkoordination ist der Humantechnologie-Cluster verantwortlich, der Startschuss zur ersten Projektteilnahme erfolgte bereits 2017: 13 Projekte wurden bereits abgewickelt, Projektabschluss ist Ende Mai 2022. „Konkret werden dabei rund 75 Prozent der Beratungskosten durch die Fördergeber subventioniert, die unterstützten Unternehmen tragen einen Eigenanteil von 25 Prozent“.

 

Weitere Neuigkeiten