Austro-Konsortium entwickelt Hightech-Schutzmaske für Flugzeug und Bahn

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Ein hochkarätiges Konsortium rund um den Humantechnologie-Cluster Human.technology Styria (HTS) und dem steirischen Mobilitätscluster ACstyria hat einen Mund-Nasen-Schutz entwickelt, der zugeschnitten auf die Erfordernisse in Flugzeugen und der Bahn ist. Er verspricht mehr Tragekomfort, erhöhte Sicherheit und gleichzeitig Einsparungen im Ausmaß von mehreren Millionen Euro pro Jahr. In einer ersten Phase sollen bis zu 100.000 Stück pro Jahr produziert werden. ÖBB und Flughafen Graz planen den Pilot-Einsatz der Maske.

Flight Mask

Fehlende Mimik, akustische Probleme und kaum Tragekomfort: In der aktuellen Haupturlaubszeit avanciert die vorgeschriebene Schutzmaske insbesondere auf Bahn- und Flugverbindungen, wo die Bedeckung Pflicht ist, zur echten Belastungsprobe - für Passagiere und Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel gleichermaßen. Denn: "Die beengte Raumsituation - vor allem in Flugzeugen und in der Bahn - stellt die Betreiber auch vor wirtschaftliche Herausforderungen", betonen HTS-Geschäftsführer Johann Harer und ACstyria-Geschäftsführerin Christa Zengerer unisono. Abhilfe soll nun die Entwicklung eines steirischen Konsortiums der beiden Cluster schaffen. Die "Flight Mask", so der Name des Konzeptes, verfolgt einen modularen Aufbau und Erweiterbarkeit der Maske je nach Kundenbedürfnis. Zentrale Elemente sind ein großzügiges Sichtfenster - für mehr Transparenz insbesondere am Flughafen - sowie erhöhter Tragekomfort durch thermisch verformbare und hautverträgliche Abdichtungen. Auch ein Verrutschen der Maske während des Sprechens durch Mund- und Kinnbewegungen soll dadurch verhindert werden. Optional kann die steirische Entwicklung etwa mit einem Hightech-Ventilator zum Be- und Entlüften des Masken-Innenraums ausgestattet werden - insbesondere auf Langstreckenverbindungen ein entscheidender Vorteil.

Hervorragende Zusammenarbeit

"Viele steirische Unternehmen haben mit innovativen Ideen auf die Herausforderungen der Corona-Krise reagiert. Die 'Flight Mask' ist ein weiteres Beispiel dafür, wie hervorragend die Zusammenarbeit zwischen den heimischen Clustern, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gelebt wird. Und gerade im Gesundheitsbereich ist der Mehrwert von Forschung für den einzelnen unmittelbar zu spüren", betont die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl, die schon zu Beginn der Corona-Krise eine Plattform für medizinische Schutzausrüstungen initiierte.

Modularer Aufbau

Thomas Saier, Geschäftsführer des zehnköpfigen Lebringer Design-Studios Edera Safety, das für die Entwicklung der neuen Generation des Mund-Nasen-Schutzes verantwortlich zeichnet, betont: "Im Fertigungsprozess wird ein modularer Aufbau verfolgt, welcher Investitionen für die Produktion durch Spritzgussformen zeitnahe amortisiert. International begeben wir uns mit diesem Konzept in eine absolute Vorreiterrolle." Auch in der öffentlichen Fortbewegung die hohen Sicherheitsstandards - bei gleichzeitigem Tragekomfort - einzuhalten, ist für den dauerhaften Erfolg entscheidend. "Die steirische Innovations-Symbiose aus Medizintechnik und Mobilität kann ein weltweites Fundament hierfür bieten", betont HTS-Geschäftsführer Harer. Laut ACstyria-Chefin Zengerer zeige die Initiative einmal mehr, "wie die innovativen steirischen Mobilitäts- und Health-Unternehmen maßgeblich die Zukunft gestalten".

Einsparungen in Millionenhöhe

Das Interesse des Marktes bestätigt das hohe Potenzial: Der Flughafen Graz und die ÖBB haben angekündigt, die "Flight Mask" im operativen Betrieb zu evaluieren: "Als innovativer Mobilitätsdienstleister haben wir uns dem Projektkonsortium angeschlossen und wollen noch in diesem Jahr die Maske im Bahnverkehr - zumindest in Pilotprojekten - einsetzen. Wir sind gespannt, wie die Masken im Praxistest von unseren Zugbegleitern bewertet werden", so ÖBB-Nahverkehrsleiter Roman Miklautz. Auch Flughafen Graz-Direktor Gerhard Widmann unterstützt das Projekt: "Wir beobachten mit großem Interesse die Entwicklung auf diesem Gebiet und würden uns freuen, wenn daraus eine praktikable und sichere Anwendung für Reisende machbar ist." Auch wirtschaftlich erhofft man sich Verbesserungen: Der Endpreis der Maske, der um die 50 Euro betragen soll, verspricht den großen Mobilitätsunternehmen im Vergleich zum Einwegschutz - in einer ersten Analyse - ein Einsparungspotenzial von mehreren Millionen Euro pro Jahr. Bis zu sechs Monate und darüber hinaus soll die wiederverwendbare "Flight Mask" mit einfacher Desinfektion und Reinigung haltbar sein - und mit der Expertise der steirischen Wiederaufbereitungsspezialisten Christof Industries und TDK auch mehrere Tonnen an Müll, die durch herkömmliche Einweg-Masken verursacht werden, verhindern.

Bis zu 100.000 Stück pro Jahr

Bereits in Kürze soll das Produkt Serienreife erreichen: Ein entsprechender Prototyp wird mit Hilfe der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG entwickelt und die FH JOANNEUM steuert eine Forschungsarbeit zu weiteren Potenzialen bei. Die erste Kleinserie wird aktuell entwickelt, ehe Edera Safety plant, pro Jahr bis zu 100.000 Stück der neuen Maskengeneration fertigen zu lassen: Auch ein Einsatz im Service - etwa in der Gastronomie - sowie in Bank- und Postfilialen sei dann angedacht, erklärt das Konsortium.

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