Fasten: Hype oder wissenschaftlich fundiert?

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Das Fasten ist in aller Munde. Aber was steckt eigentlich aus wissenschaftlicher Sicht dahinter?

Wie setzen steirische Unternehmen dieses Wissen in Lösungen für die Menschen um? Antworten darauf lieferte das ZWT-Osterfrühstück am 8.April 2019

Stellenwert von Fasten stark verändert

Im ZWT beschäftigt sich unter anderem JOANNEUM RESEARCH HEALTH mit dem Thema Fasten. Thomas Pieber und sein Team arbeiten gemeinsam mit PartnerInnen an der InterFAST-Studie, die sich mit dem Effekten des periodischen Fastens auseinandersetzt. Dazu Pieber: "In den letzten Jahren hat sich der Stellenwert von Fasten stark verändert. Fasten war früher ein religiös und esoterisch verankertes Thema. Inzwischen wird es auch wissenschaftlich immer mehr beleuchtet. Durch neue Forschungsergebnisse werden medizinische Anwendungsmöglichkeiten von Fasten entdeckt."

Spermidin als Jungbrunnen: Produkt-Launch nach 10 Jahren Forschung

Auf diese Forschungsergebnisse aufgebaut hat Herbert Pock. "Wir haben unser Nahrungsergänzungsmittel vor wenigen Wochen gelauncht", beschreibt der Geschäftsführer von TLL The Longevity Labs und Produzent von SPERMIDINLIFE, das weltweit erste Nahrungsergänzungsmittel mit natürlichem Spermidin. Der Wirkstoff gilt als Jungbrunnen, "Spermidin wirkt ähnlich wie das Fasten und fördert den Autophagie-Prozess", sagt Pock. Essentielle Basis für sein Produkt sind die Forschungsergebnisse von Karl-Franzens-Universität und Med Uni Graz. "An der Wirkung von Spermidin als Jungbrunnen wird seit fast 10 Jahren geforscht. Und hier hat die Steiermark den großen Vorteil, dass Wissenschaft und Wirtschaft so gut zusammenarbeiten. Aus meiner Sicht liegt das auch an der überschaubaren Größe - man kennt sich und tauscht sich proaktiv aus. Jeder hat offene Türen, da bringt man schnell etwas weiter."

Es gibt auch "gesundes Körperfett" 

"Fasten ist kein neues Thema, es gehört zur Menschheitsgeschichte. Nährstoffauszeiten sind für den Menschen überlebenswichtig", bringt es Sandra Holasek auf den Punkt. "Und man darf Fasten auch nicht mit Diäten vermischen. Viele Diäten schreiben einseitige Ernährung vor - das ist definitiv nicht gesund." · Die Ernährungswissenschaftlerin forscht am Lehrstuhl für Immunologie und Pathophysiologie der Med Uni Graz unter anderem an der Fett-Topografie: Wo speichert eine Person welches Fett? Man unterscheidet dabei zwischen braunem bzw. beigem Fett und weißem Fett. Das braune bzw. beige Fett ist dabei das "Gesündere", weil es ähnlich wie ein Muskel funktioniert und durch das "Aufheizen" Energie verbrennt. Der Anteil des weißen Fetts ist bei Erwachsenen deutlich größer und häufig ungesund zu stark ausgeprägt, "aber es ist möglich, weißes Fett in braunes umzuwandeln, daran forschen wir gerade". Ein zentrales Thema ist auch die Unterversorgung von übergewichtigen Menschen: "Übergewichtige können 'verborgen hungrig' sein, es fehlt ihnen an Mikronährstoffen." Wichtig sei laut Holasek auch das enge Zusammenspiel zwischen Gehirn, Muskeln und Immunsystem: "Und die Steuerung der Energieversorgung über diese 3 Systeme kann man über die Ernährung beeinflussen." Auch komme hier das Mikrobiom hinzu: "95 Prozent von dem, was wir essen, ist mittlerweile verarbeitet oder mit Zusatzstoffen versetzt. Auch hier forschen wir an der Wirkung auf das Mikrobiom."

Nahrungsergänzungsmittel in Kooperation mit Uni entwickelt

Der Mikrokosmos im Darm ist auch das Thema von Anita Frauwallner mit ihrem Institut AllegroSan. Die Med Uni Graz ist dabei ein enger Kooperationspartner und die Forschungskooperationen sind auch eine entscheidende Basis für die von AllergoSan entwickelten Nahrungsergänzungsmittel-Serien OMNi-BiOTiC® und OMNi-LOGiC. · "Wir haben schon vor 10 Jahren mit Prof. Krejs, dem damaligen Leiter der Internen Abteilung der Med Uni Graz dazu Mikrobiombestimmungen gemacht, welche den positiven Einfluss der F.X. Mayr Kur auf unsere Darmbewohner nachgewiesen hat." Und hier kommt auch das Fasten ins Spiel: "Man darf nicht vergessen, dass Fasten ebenso wie falsche Ernährung das Mikrobiom von uns Zivilisationsmenschen massiv beeinflusst. Ganz im Gegensatz zu den Jahrtausenden zuvor, als Mikroben im Steinzeit-Menschen enorme Resilienz zeigten auch unter Fastenbedingungen oder nach Völlerei."

Unterstützt Fasten die Krebstherapie? 

Andreas Prokesch, Lehrstuhl für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz erforscht das Fasten auf zellulärer Ebene. "In meinem Labor arbeiten wir an den Mechanismen der Umprogrammierung der Genregulation durch das Fasten. Unter anderem untersuchen wir die Rolle des Transkriptionsfaktors und Tumorsuppressors p53 der eine wichtige Rolle in unterschiedlichen Stoffwechselorganen (wie Leber, Fettgewebe) zu spielen scheint. Eine mögliche Anwendung davon ist, die Aktivierung dieses Tumorsuppressors durch Fasten als Unterstützung der Krebstherapie einzusetzen. Darauf konzentriert sich ein Projekt in meinem Labor im Kontext von Leberkrebs."

Kennenlernen - Netzwerken - Kooperieren

Wir vom Human.technology Styria Cluster dienen als zentrale Vernetzungsstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Forschung und Universitäten. Das gemeinsam mit dem ZWT Graz organisierte Oster-Frühstück bewies auch in seiner zweiten Auflage, wie stark das Interesse der Beteiligten an genau solchen Vernetzungs-Events besteht. Wir freuen uns darauf auch Sie bei der kommenden Auflage begrüßen zu dürfen!

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